Unsere Kräuterexpertin Herta teilt auf ihren Wanderungen immer wieder wertvolles Wissen über heimische Pflanzen und ihre Wirkung. Besonders schön daran: Ihre Rezepte sind einfach, alltagstauglich und lassen sich auch ohne großes Kräuterwissen gut umsetzen.
Wichtig beim Sammeln ist allerdings immer, genau zu wissen, welche Pflanze man vor sich hat. Dies ist wichtig, um Verwechslungen mit ähnlichen Doppelgängern zu vermeiden. Gerade weil die Brennnessel so leicht an ihren gezackten, brennenden Blättern zu erkennen ist, eignet sie sich wunderbar als Einstieg in die Welt der Wildkräuter. Deshalb teilen wir heute einige von Hertas einfachen Brennnessel-Ideen für den Alltag.
Die Brennnessel gehört vermutlich zu den unbeliebteren Wildpflanzen, denn die meisten von uns haben ihre brennenden Eigenschaften schon einmal zu spüren bekommen. Manchmal heißt es sogar, sie schütze sich genau damit vor zu viel Nutzung. Denn eigentlich steckt in ihr unglaublich viel Kraft: Sie ist eine wahre Nährstoffbombe, reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Eisen — um nur einige ihrer wertvollen Eigenschaften zu nennen.
BRENNNESSEL CHIPS
Für knusprige Brennnesselchips am besten die jungen Blätter verwenden und sie vorsichtig von den Stielen abzupfen. Kurz waschen, gut trocken tupfen und auf einem Backblech verteilen. Wer möchte, kann die Blätter mit etwas Öl und Gewürzen wie Salz, Paprika oder Knoblauch verfeinern. Nötig ist das aber nicht, denn die Brennnessel hat bereits ein angenehm würzig-grünes Aroma.
Die Blätter anschließend bei etwa 150 Grad für rund 15 Minuten im Ofen backen, bis sie schön kross sind. Die fertigen Chips schmecken direkt als knuspriger Snack, eignen sich aber auch wunderbar als Topping auf Salaten, Suppen oder Bowls.
BRENNNESSEL-SAFTKUR
Für einen Brennnesselsaft werden frische Brennnesselblätter zunächst gewaschen und anschließend etwa 15 Minuten in kaltem Wasser eingelegt. Danach die Blätter zusammen mit dem Wasser fein pürieren und die Masse durch ein Tuch oder feines Sieb abseihen. So entsteht ein intensiv grüner Brennnesselsaft. Dieser kann - besonders im Frühjahr - als reinigende Kur verwendet werden. Über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen kann täglich ein kleines Schnapsglas getrunken werden, anschließend empfiehlt sich eine Pause. Herta schätzt die Kur als frischen, belebenden, mineralstoffreichen Detox für den Start in die wärmere Jahreszeit.
BRENNNESSEL SAMEN
Im Spätsommer bis frühen Herbst bilden die weiblichen Brennnesselpflanzen ihre charakteristischen, langen Samenstände aus. Diese lassen sich leicht von der Pflanze abstreifen oder vorsichtig abziehen. Nach der Ernte können die Samen frisch oder getrocknet verwendet werden. Zum Trocknen eignet sich ein luftiger, schattiger Ort. Sie eignen sich hervorragend als Topping für Müsli, Joghurt oder Salate und bringen eine leicht nussige Note mit. Die Samen sind Nährstoffbomben und enthalten unter anderem einen hohen Anteil an Protein sowie wertvolle Fettsäuren und Mineralstoffe. Sie werden oft als heimisches Superfood im Vergleich zu Chia-Samen bezeichnet.
PS: Wenn man das Brennnesselblatt direkt am Stielansatz von oben und unten wie Herta es nennt „beherzt zupackt“ und sauber abzieht, brennt es nicht. Danach das Blatt in der Mitte falten und die feinen Brennhaare auf der Blattunterseite vorsichtig ausstreichen, quasi „zähmen“. Anschließend kann das Blatt zusammengerollt, gut durchgeknetet und direkt gegessen werden.












